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Für mehr Liebe und Verständnis auf Erden
 

Gedanken

"Terminus vitae sed non amoris" - "Das Ende des Lebens, aber nicht der Liebe", steht auf einem Grabstein im Eingangsbereich des Lübecker Burgtorfriedhofs. Diese Hoffnung der Menschen, daß mit dem Tod nicht alles zu Ende sein kann, prägt seit Jahrhunderten ihr Verhältnis zu Tod und Trauer, aber auch zu Bestattung, Grab und Friedhof.

In der Gestaltung der Begräbnisplätze und ihrer meist steinernen Monumente wird ein ganz individuelles Verhältnis zu verstorbenen Angehörigen ausgedrückt, aber auch ein Verständnis von Tod und Abschied.

Friedhöfe sind Zeugnisse menschlicher Existenz in allen ihren Dimensionen.

Neben dieser Bestimmung, ein Ort der Stille und Andacht zu sein, sind Friedhöfe aber auch in der Art ihrer Anlage und Gestaltung, der Verwendung bestimmter Grabmale oder Bäume und Pflanzen zeittypischen Strömungen und Moden unterworfen.

Karge Gottesäcker des Mittelalters wandeln sich im Laufe der Jahrhunderte zu perfekt organisierten Begräbnisstätten und schließlich im ausgehenden 19.Jahrhundert zu parkähnlich angelegten Gärten, in denen die Trauernden mit der Schönheit der Natur versöhnt werden sollen.

Schlichte Holzkreuze, die lediglich den Ort der Bestattung zu markieren hatten, wandelten sich in monumentalen Grabmalen oft hoher, künstlerischer Qualität. Einfacher Blumenschmuck, als letzten Gruß auf dem Grab niedergelegt, führt zu aufwendigen Bepflanzungen und gärtnerischen Gestaltungen.

Friedhöfe sind Gesamtkunstwerke geworden, deren Faszination immer mehr Menschen reizt, sie aufzusuchen und dort zu verweilen.

Gleichzeitig bleibt den Friedhöfen etwas Unheimliches und Fremdes, begegnen wir ihnen mit Scheu und Distanz.

Es sind Stätten, die an Vergänglichkeit erinnern, an die kurze Zeitspanne auf dieser Erde, die uns bleibt.

Wer sich mit Friedhöfen befaßt, begegnet dabei schnell auch anderen Bereichen; dem Ende des Lebens, Sterben zu Hause, in Krankenhäusern, Altersheimen, in früheren Zeiten in Siechen- und Armenhäusern, damit verbunden den Fragen nach Vorsorge und Sterbekassen, nach dem Umgang mit Verstorbenen und Problemen der Hygiene. Die Umstände des Todes spielen eine Rolle, ob plötzlicher Tod oder langes Leiden, Seuchen oder Unglücke. Die Behandlung und Aufbahrung der Toten, ihre Einkleidung, die Art und Form des Sarges, des Sargschmuckes, die Bestattung mit ihren Vorschriften und Bräuchen, die Trauerzeremonien mit ihren Leichenpredigten und Grabreden und schließlich die Art der Gräber selbst.

Eines haben alle Friedhöfe gemeinsam : Sie sind Orte der Stille, sie sind Stätten des Nachdenkens, des Erinnerns und Verweilens.

In einer Epoche die von Hektik und chronischem Zeitmangel geprägt ist, ein viel unterschätzter Bestandteil unseres Seins.

Wer nimmt sich heute noch ernsthaft die Zeit zum Verweilen, zum "in sich gehen" ?

Dieser Text mag auf den geneigten Leser zunächst morbide wirken. Doch ist er als Appell an diejenigen gedacht, die ohne Rast den eigentlichen Sinn des Lebens aus den Augen verloren haben.

So viele Menschen leben und arbeiten nur um des Lebens willen aber ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob es vielleicht einen höheren Sinn dafür gibt, daß sie auf Erden sind.

Ich erlebe in meinem Beruf Leben und Sterben von Menschen wie Du und ich, Tag um Tag.

Das macht sensibel für einen tieferen Blick auf Sinn oder Unsinn des Lebens.

Und wenn man mit ansehen muss, wie würdelos und vereinsamt so manches Menschenkind seine letzte Reise antritt dann fragt man sich nach dem "WARUM" und ob es nicht das Eine oder Andere gibt im Leben, daß man tun kann um intensiver, bewußter und mit mehr Einklang und Harmonie mit seiner Umgebung zu sein.

Glücklicher Weise weiß ich, daß ich mit meinen Gedanken nicht alleine bin, doch würde es mich dennoch interessieren was Ihr zu diesen Zeilen für Statements habt.

Interessante Info´s zum Thema Tod und Sterben findet Ihr übrigens auch unter folgender Web Adresse

www.post-mortal.de

 

Euer JayBee

Media in vita in morte sumus 

Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen.

 

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